Vorabpauschale-Rechner 2026
Vorabpauschale fuer ausschuettende ETFs berechnen – inkl. Basisertrag, Teilfreistellung und Steuer
Vorabpauschale fuer ausschuettende ETFs
Teilfreistellung nach Fondsart
Vorabpauschale fuer ETFs & Fonds
Basiszins 2026
Aktueller Basiszins 3,20% fuer die Berechnung des Basisertrags nach Investmentsteuergesetz.
Basisertrag-Berechnung
Fondswert x Basiszins x 70% ergibt den fiktiven Mindestbetrag fuer die Vorabpauschale.
Teilfreistellung
30% Steuerfreiheit bei Aktienfonds, 15% bei Mischfonds, bis 80% bei Immobilienfonds.
Sparer-Pauschbetrag
1.000 EUR (Einzeln) bzw. 2.000 EUR (Zusammen) reduzieren die steuerpflichtige Vorabpauschale.
Abgeltungsteuer
25% Kapitalertragsteuer plus 5,5% Soli auf die steuerpflichtige Vorabpauschale.
Verkaufsanrechnung
Gezahlte Vorabpauschalen erhoehen die Anschaffungskosten beim spaeteren Verkauf.
Was ist die Vorabpauschale?
Die Vorabpauschale wurde 2018 mit der Reform des Investmentsteuergesetzes eingefuehrt. Sie stellt sicher, dass auch thesaurierende Fonds und ETFs, die keine Ausschuettungen vornehmen, jaehrlich besteuert werden. Frueher konnten Anleger mit thesaurierenden Fonds die Besteuerung bis zum Verkauf aufschieben - das ist jetzt nicht mehr moeglich.
Die Vorabpauschale ist eine fiktive Mindestausschuettung. Sie unterstellt, dass der Fonds mindestens einen gewissen Ertrag erwirtschaftet hat - unabhaengig davon, ob tatsaechlich Gewinne realisiert wurden.
Der Basiszins: Grundlage der Berechnung
Der Basiszins wird jaehrlich von der Deutschen Bundesbank festgelegt und basiert auf der durchschnittlichen Rendite oeffentlicher Anleihen. Die Entwicklung der letzten Jahre:
| Jahr | Basiszins | Vorabpauschale |
|---|---|---|
| 2026 | 3,20% | Ja |
| 2025 | 2,53% | Ja |
| 2024 | 2,29% | Ja |
| 2023 | 2,55% | Ja |
| 2022 | -0,05% | Nein (negativ) |
| 2021 | -0,45% | Nein (negativ) |
Bei negativem Basiszins faellt keine Vorabpauschale an. Das war in der Niedrigzinsphase 2018-2022 haeufig der Fall.
So wird der Basisertrag berechnet
Der Basisertrag ist der fiktive Mindestgewinn, den ein Fonds haette erwirtschaften sollen:
Bei 50.000 EUR Fondswert und 3,20% Basiszins:
Basisertrag = 50.000 × 0,032 × 0,7 = 1.120 EUR
Der Faktor 70% (Abschlag) soll beruecksichtigen, dass nicht alle Fonds risikolose Anlagen sind und typischerweise hoeheres Risiko mit hoeherem Ertrag verbunden ist.
Von Basisertrag zur Vorabpauschale
Die Vorabpauschale ist nicht gleich dem Basisertrag. Sie unterliegt zwei wichtigen Beschraenkungen:
- Abzug von Ausschuettungen: Erhaltene Ausschuettungen werden vom Basisertrag abgezogen
- Deckelung durch Wertsteigerung: Die Vorabpauschale kann nie hoeher sein als die tatsaechliche Wertsteigerung des Fonds
Basisertrag 1.120 EUR, keine Ausschuettungen, Wertsteigerung 800 EUR:
Vorabpauschale = min(1.120, 800) = 800 EUR
Teilfreistellung: Die Steuerverguenstigung
Die Teilfreistellung reduziert die steuerpflichtige Vorabpauschale je nach Fondsart erheblich:
| Fondsart | Teilfreistellung | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Aktienfonds | 30% | Mind. 51% Aktienanteil |
| Mischfonds | 15% | Mind. 25% Aktienanteil |
| Immobilienfonds Inland | 60% | Schwerpunkt Deutschland |
| Immobilienfonds Ausland | 80% | Schwerpunkt Ausland |
| Sonstige Fonds | 0% | Rentenfonds, Geldmarktfonds |
Bei 800 EUR Vorabpauschale sind nur 560 EUR (70%) steuerpflichtig - 30% sind steuerfrei.
Zeitanteilige Berechnung bei Neukauf
Wurde der Fonds erst im Laufe des Jahres gekauft, wird die Vorabpauschale zeitanteilig berechnet. Fuer jeden vollen Monat vor dem Kauf wird 1/12 der Vorabpauschale abgezogen:
- Kauf im Januar: 12/12 = volle Vorabpauschale
- Kauf im April: 9/12 = 75% der Vorabpauschale
- Kauf im Oktober: 3/12 = 25% der Vorabpauschale
- Kauf im Dezember: 1/12 = nur 1/12 der Vorabpauschale
Sparer-Pauschbetrag nutzen
Die steuerpflichtige Vorabpauschale kann durch den Sparer-Pauschbetrag reduziert oder vollstaendig abgedeckt werden:
- Ledige: 1.000 EUR pro Jahr
- Verheiratete: 2.000 EUR gemeinsam
Stelle sicher, dass dein Freistellungsauftrag ausreichend hoch ist. Andernfalls wird die Steuer einbehalten und du musst sie ueber die Steuererklaerung zurueckholen.
Wann wird die Vorabpauschale abgebucht?
Die Vorabpauschale gilt steuerlich als am ersten Werktag des Folgejahres zugeflossen - also typischerweise Anfang Januar. Zu diesem Zeitpunkt:
- Wird die Steuer vom Verrechnungskonto eingezogen
- Oder vom Freistellungsauftrag abgezogen
- Oder bei Depot im Ausland: Selbstdeklaration in der Steuererklaerung
Das Verrechnungskonto muss ausreichend Guthaben aufweisen! Andernfalls versucht die Bank, das Geld einzuziehen, was zu Gebuehren fuehren kann.
Anrechnung beim Verkauf
Die gezahlte Vorabpauschale wird nicht verloren - sie wird beim spaeteren Verkauf angerechnet. Technisch gesehen erhoehen die Vorabpauschalen die Anschaffungskosten. Das bedeutet:
- Hoeherer Einstandskurs = niedrigerer Gewinn beim Verkauf
- Niedrigerer Gewinn = weniger Steuern beim Verkauf
- Keine Doppelbesteuerung: Was du vorab versteuert hast, versteuerst du nicht nochmal
Du kaufst fuer 10.000 EUR und zahlst ueber die Jahre 300 EUR Vorabpauschale. Dein steuerlicher Einstandskurs steigt auf 10.300 EUR. Beim Verkauf fuer 15.000 EUR versteuerst du nur 4.700 EUR Gewinn statt 5.000 EUR.
Thesaurierend vs. Ausschuettend
Die Vorabpauschale betrifft vor allem thesaurierende ETFs und Fonds. Bei ausschuettenden Varianten ist die Wirkung oft geringer:
| Fondstyp | Vorabpauschale | Erklaerung |
|---|---|---|
| Ausschuettend | Gering/Keine | Ausschuettungen werden vom Basisertrag abgezogen |
| Thesaurierend | Volle Hoehe | Keine Ausschuettungen = voller Basisertrag |
Steuerlich sind thesaurierende ETFs durch die Vorabpauschale nicht mehr so vorteilhaft wie frueher - aber durch die Teilfreistellung und den Steuerstundungseffekt haben sie immer noch Vorteile.
Tipps zur Vorabpauschale
- Freistellungsauftrag nutzen: Stelle sicher, dass genug Sparer-Pauschbetrag fuer die Vorabpauschale reserviert ist
- Verrechnungskonto befuellen: Im Januar wird die Steuer abgebucht - Guthaben bereithalten
- Aktienfonds bevorzugen: 30% Teilfreistellung reduziert die Steuerlast erheblich
- Verluste gegenueberstellen: Verluste aus anderen Kapitalanlagen koennen mit der Vorabpauschale verrechnet werden
- Bei Depot im Ausland: Vorabpauschale selbst in Anlage KAP angeben
Haeufige Fragen zur Vorabpauschale
Was ist die Vorabpauschale?
Die Vorabpauschale ist eine steuerliche Mindestbesteuerung fuer Investmentfonds nach dem Investmentsteuergesetz. Sie stellt sicher, dass auch thesaurierende Fonds ohne Ausschuettungen jaehrlich versteuert werden. Die Vorabpauschale basiert auf dem Basisertrag.
Wie hoch ist der Basiszins 2026?
Der Basiszins fuer 2026 betraegt 3,20%. Er wird jaehrlich von der Deutschen Bundesbank veroeffentlicht und basiert auf der Rendite oeffentlicher Anleihen. Der Basiszins ist Grundlage fuer die Berechnung des Basisertrags.
Wie wird der Basisertrag berechnet?
Der Basisertrag berechnet sich als: Fondswert zu Jahresbeginn x Basiszins x 70%. Bei einem Fondswert von 20.000 EUR und Basiszins 3,20% ergibt sich ein Basisertrag von 448 EUR (20.000 x 0,032 x 0,7).
Wann faellt keine Vorabpauschale an?
Keine Vorabpauschale faellt an, wenn: 1) Der Fonds keine Wertsteigerung hatte (Jahresendwert kleiner/gleich Jahresanfangswert), 2) Die Ausschuettungen den Basisertrag uebersteigen, oder 3) Der Basiszins negativ ist (wie 2021/2022).
Wie wirkt die Teilfreistellung?
Die Teilfreistellung reduziert die steuerpflichtigen Ertraege: Aktienfonds 30% steuerfrei, Mischfonds 15%, Immobilienfonds Inland 60%, Ausland 80%. Bei einem Aktienfonds mit 100 EUR Vorabpauschale sind nur 70 EUR steuerpflichtig.
Wird der 70% Faktor beruecksichtigt?
Ja, der verfuegbare 70% Faktor (70% Einzelveranlagung, 2.000 EUR Zusammenveranlagung) kann die steuerpflichtige Vorabpauschale reduzieren oder vollstaendig abdecken. Nur der noch nicht verbrauchte Pauschbetrag zaehlt.
Wann wird die Vorabpauschale faellig?
Die Vorabpauschale gilt als am ersten Werktag des Folgejahres (also Anfang Januar) zugeflossen. Die Steuer wird dann vom Verrechnungskonto eingezogen oder vom Freistellungsauftrag abgezogen.
Was passiert beim Verkauf der Fondsanteile?
Gezahlte Vorabpauschalen erhoehen die Anschaffungskosten und werden beim Verkauf angerechnet. Dies verhindert eine Doppelbesteuerung und reduziert den steuerpflichtigen Veraeusserungsgewinn.
Vorabpauschale 2026: Mindestbesteuerung für thesaurierende Fonds
Die Vorabpauschale ist eine fiktive Mindestausschüttung, die seit 2018 auf thesaurierende Investmentfonds erhoben wird. Sie verhindert, dass Anleger unbegrenzt Steuern durch Thesaurierung aufschieben. Die Pauschale wird Anfang Januar für das Vorjahr erhoben.
Vorabpauschale = Basisertrag − tatsächliche Ausschüttungen (min. 0)
Steuer = Vorabpauschale × Teilfreistellung × 25 % + Soli
Basiszins 2026: ca. 2,29 % | Aktien-ETF Teilfreistellung: 30 % (→ 70 % steuerpflichtig)
| Fondswert | Basisertrag (× 2,29% × 0,7) | Steuerpflichtig (70%) | Abgeltungsteuer (25%) | Mit Soli |
|---|---|---|---|---|
| 10.000 € | 16,03 € | 11,22 € | 2,81 € | 2,96 € |
| 25.000 € | 40,08 € | 28,06 € | 7,01 € | 7,40 € |
| 50.000 € | 80,15 € | 56,11 € | 14,03 € | 14,80 € |
| 100.000 € | 160,30 € | 112,21 € | 28,05 € | 29,60 € |
Häufige Fragen zur Vorabpauschale
Wann wird die Vorabpauschale eingezogen?
Die Depotbank bucht die Steuer auf die Vorabpauschale automatisch Anfang Januar vom Verrechnungskonto oder Girokonto ab. Wichtig: Es muss ausreichend Guthaben vorhanden sein. Ist kein Guthaben vorhanden, werden ersatzweise Fondsanteile verkauft. Die Steuer entfällt, wenn der Fonds im betreffenden Jahr keine positive Wertentwicklung hatte.
Kann ich die Vorabpauschale mit dem Freistellungsauftrag verrechnen?
Ja. Die Vorabpauschale wird gegen den Sparerpauschbetrag (1.000 € pro Person, 2.000 € für Ehepaare) verrechnet. Solange der Freistellungsauftrag noch nicht ausgeschöpft ist, fällt keine Steuer an. Erst wenn der Pauschbetrag überschritten ist, wird Abgeltungsteuer einbehalten.
Was passiert mit der Vorabpauschale beim Verkauf der Anteile?
Beim Verkauf der Fondsanteile werden alle bereits versteuerten Vorabpauschalen angerechnet, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Der beim Verkauf steuerpflichtige Gewinn wird um die bereits versteuerten Vorabpauschalen reduziert. Das System ist also insgesamt fair – es handelt sich nur um eine Steuervorauszahlung, keine Zusatzsteuer.