⛪ Kirchensteuer-Rechner 2026
Berechne deine Kirchensteuer je nach Bundesland - 8% oder 9% auf die Einkommen- oder Kapitalertragsteuer
Berechnung
8% Kirchensteuer
- Baden-Wuerttemberg
- Bayern
9% Kirchensteuer
- Berlin
- Brandenburg
- Bremen
- Hamburg
- Hessen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Niedersachsen
- NRW
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thueringen
Der Rechner beruecksichtigt alle 16 Bundeslaender mit ihren jeweiligen Kirchensteuersaetzen (8% in Bayern und Baden-Wuerttemberg, 9% im Rest) und erlaubt die Berechnung sowohl auf Basis der Einkommensteuer als auch der Kapitalertragsteuer.
Neben dem reinen Kirchensteuerbetrag zeigt der Rechner auch die Ersparnis durch den Sonderausgabenabzug und damit die tatsaechliche Nettobelastung. Die Eingabe ist wahlweise als Jahres- oder Monatsbetrag moeglich.
Haeufig gestellte Fragen zur Kirchensteuer
Kirchensteuer 2026 verstehen und berechnen
Die Kirchensteuer ist eine besondere Abgabe im deutschen Steuersystem: Sie wird von den Finanzaemtern eingezogen, fliesst aber direkt an die Religionsgemeinschaften. Deutschland ist eines der wenigen Laender weltweit, das dieses System praktiziert.
Wer ist kirchensteuerpflichtig?
Kirchensteuerpflichtig sind alle Mitglieder einer steuerberechtigten Religionsgemeinschaft, die:
- Ihren Wohnsitz oder gewoehnlichen Aufenthalt in Deutschland haben
- Einkommensteuer, Lohnsteuer oder Kapitalertragsteuer zahlen
- Einer kirchensteuerberechtigten Koerperschaft angehoeren
Zu den steuerberechtigten Religionsgemeinschaften gehoeren: Evangelische Landeskirchen, Roemisch-Katholische Kirche, Altkatholische Kirche, Juedische Kultusgemeinden, Freireligioese Gemeinden und weitere. Freikirchen wie Baptisten oder Methodisten erheben keine Kirchensteuer.
8% oder 9%: Die Kirchensteuer nach Bundesland
In Bayern und Baden-Wuerttemberg betraegt die Kirchensteuer 8% der Einkommensteuer. In allen anderen 14 Bundeslaendern gilt ein Satz von 9%. Der historische Hintergrund: In den sueddeutschen Laendern gab es frueher andere Finanzierungsmodelle fuer die Kirchen, weshalb ein niedrigerer Satz ausreichte.
Rechenbeispiel: Bei 10.000 EUR Einkommensteuer betraegt die Kirchensteuer in Bayern 800 EUR, in Berlin dagegen 900 EUR - eine Differenz von 100 EUR pro Jahr.
Kirchensteuer als Sonderausgabe
Die gezahlte Kirchensteuer kann vollstaendig als Sonderausgabe von der Steuer abgesetzt werden. Das mindert die effektive Belastung erheblich:
- Bei 35% Grenzsteuersatz: 1.000 EUR Kirchensteuer kosten effektiv nur 650 EUR
- Bei 42% Grenzsteuersatz: 1.000 EUR Kirchensteuer kosten effektiv nur 580 EUR
- Bei 45% Grenzsteuersatz: 1.000 EUR Kirchensteuer kosten effektiv nur 550 EUR
Die Ersparnis wird automatisch bei der naechsten Steuererklaerung beruecksichtigt. Arbeitnehmer koennen alternativ einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen.
Kirchensteuer bei Kapitalertraegen
Seit 2015 wird die Kirchensteuer auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne automatisch von Banken und Depotanbietern einbehalten. Das funktioniert so:
- Das Bundeszentralamt fuer Steuern (BZSt) fuehrt das Kirchensteuerabzugsmerkmal (KiStAM)
- Banken fragen jaehrlich ab, ob du kirchensteuerpflichtig bist
- Ist dies der Fall, wird Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer berechnet
Durch die Ermaeessigungsformel sinkt bei Kirchensteuerpflicht der effektive Kapitalertragsteuersatz. Statt 25% KapESt zahlst du etwa 24,51% (bei 9% KiSt) bzw. 24,45% (bei 8% KiSt).
Sonderfaelle: Glaubensverschiedene Ehe und Kappung
Glaubensverschiedene Ehe: Wenn nur ein Ehepartner kirchensteuerpflichtig ist, wird bei Zusammenveranlagung ein besonderes Kirchgeld oder eine haeusliche Gemeinschafts-Kirchensteuer erhoben. Die Berechnung ist kompliziert und variiert nach Bundesland.
Kappung: In den meisten Bundeslaendern kann die Kirchensteuer auf 2,75% bis 4% des zu versteuernden Einkommens begrenzt werden. Das ist besonders bei sehr hohen Einkommen relevant. Die Kappung muss meist beim Finanzamt beantragt werden.
Kirchenaustritt: So geht's
Der Austritt aus der Kirche erfolgt je nach Bundesland:
- Standesamt: Berlin, Brandenburg, NRW, Hessen, Niedersachsen, Bremen
- Amtsgericht: Bayern, Baden-Wuerttemberg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thueringen, Mecklenburg-Vorpommern
Die Gebuehr betraegt je nach Bundesland 20-60 EUR. Der Austritt wird zum Ende des Monats wirksam, in dem er erklaert wurde. Ab dem Folgemonat entfaellt die Kirchensteuerpflicht.
Kirchensteuer-Einnahmen und Verwendung
Die beiden grossen Kirchen nehmen zusammen rund 12-13 Milliarden EUR Kirchensteuer pro Jahr ein. Das Geld wird verwendet fuer:
- Personal: Pfarrer, Seelsorger, Gemeindeangestellte (ca. 40%)
- Soziale Einrichtungen: Kindergaerten, Krankenhaeuser, Pflegeheime
- Bildung: Schulen, Akademien, theologische Ausbildung
- Gemeindearbeit: Gottesdienste, Jugendarbeit, Kulturangebote
- Gebaeude: Erhalt von Kirchen und Gemeindehaeusern
Statistik: Kirchensteuerzahler in Deutschland
Die Zahl der Kirchensteuerzahler sinkt kontinuierlich. 2023 waren noch etwa 20 Millionen Menschen Mitglied der evangelischen Kirche und 21 Millionen der katholischen Kirche. Durch Austritte, demografischen Wandel und sinkende Taufzahlen rechnen Prognosen mit einem Rueckgang auf die Haelfte bis 2060.
Kirchensteuer 2026: Wie viel zahlt man und wie tritt man aus?
Die Kirchensteuer wird als Zuschlag zur Einkommensteuer erhoben und beträgt in Bayern und Baden-Württemberg 8 % der Einkommensteuer, in allen anderen Bundesländern 9 %. Sie gilt für Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirche sowie einiger anderer Religionsgemeinschaften.
Kirchensteuer nach Bundesland: Hebesätze und Beispiele 2026
| Bundesland | Hebesatz | Kirchen | Kirchensteuer bei 5.000 € ESt | Kirchensteuer bei 10.000 € ESt |
|---|---|---|---|---|
| Bayern | 8 % | röm.-kath., evang. | 400 € | 800 € |
| Baden-Württemberg | 8 % | röm.-kath., evang. | 400 € | 800 € |
| Berlin | 9 % | evang., röm.-kath. | 450 € | 900 € |
| Hamburg | 9 % | evang.-luth., röm.-kath. | 450 € | 900 € |
| NRW | 9 % | röm.-kath., evang. | 450 € | 900 € |
| Sachsen | 9 % | evang.-luth., röm.-kath. | 450 € | 900 € |
| Brandenburg | 9 % | evang., röm.-kath. | 450 € | 900 € |
Häufige Fragen zur Kirchensteuer
Ist die Kirchensteuer steuerlich absetzbar?
Ja. Die gezahlte Kirchensteuer ist als Sonderausgabe vollständig von der Einkommensteuer absetzbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Das reduziert das zu versteuernde Einkommen und damit auch Ihre Steuerlast. Im Ergebnis beträgt die effektive Mehrbelastung durch Kirchensteuer deutlich weniger als 8–9 % der Einkommensteuer.
Was passiert mit der Kirchensteuer bei Ehepaaren unterschiedlicher Konfession?
Bei konfessionsverschiedenen Ehen (ein Partner kirchensteuerpflichtig, der andere nicht) wird das besondere Kirchgeld relevant. Der kirchensteuerpflichtige Partner zahlt Kirchensteuer entweder auf Basis seiner eigenen Einkommensteuer oder auf Basis des gemeinsam zu versteuernden Einkommens – je nachdem, was für die Kirche günstiger ist (sogenanntes Halbteilungsgrundsatz-Verfahren).
Zahle ich Kirchensteuer auf Kapitalerträge?
Ja, wenn Sie Kirchenmitglied sind. Seit 2015 ist die Bank verpflichtet, die Kirchensteuer automatisch einzubehalten und abzuführen (automatisches Kirchensteuerabzugsverfahren). Sie können dem widersprechen (Sperrvermerk), müssen die Kirchensteuer dann aber selbst über die Steuererklärung erklären.
Zahlt man Kirchensteuer auch in der Rente?
Ja. Kirchensteuerpflichtige zahlen Kirchensteuer auf alle einkommensteuerpflichtigen Einkünfte – also auch auf steuerpflichtige Renten. Rentner mit niedrigem Einkommen zahlen jedoch wegen des Grundfreibetrags (12.096 € in 2026) oft keine oder sehr geringe Einkommensteuer und damit auch kaum Kirchensteuer.